Fast jeder Junge (und mittlerweile auch einige Mädchen) sagt, wenn man ihn oder sie nach ihrem Berufswunsch fragt: „Ich will Feuerwehrmann werden!“. Doch es klappt nicht bei jedem, dass er den Beruf Feuerwehrmann ausübt. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass es das mit seiner oder ihrer Feuerwehrkarriere war. Jeder kann, sofern er gesund ist, Mitglied bei einer Freiwilligen Feuerwehr werden. Hierzu benötigt er eine gewisse Grundfitness, eine positive Untersuchung beim Feuerwehrarzt und die Bereitschaft, auch nachts oder am Wochenende bei Alarm aufzustehen und sein Leben zu riskieren. Damit dieses Risiko aber so gering wie möglich ist, erhält jeder Feuerwehrmann und jede Feuerwehrfrau eine sogenannte Grundausbildung zum Truppmann. Die Ausbildungsrichtlinien sagen hierzu:
„Truppmannausbildung
Die Truppmannausbildung ist der Beginn einer aktiven Feuerwehrzugehörigkeit. Sie gliedert sich in die Abschnitte Truppmannausbildung 1 „Grundausbildung“ sowie standortbezogen die Truppmannausbildung 2 „Ausbildungsdienst in der Feuerwehr“. ….. Alle aktiven Mitglieder einer Wehr dürfen erst zu Einsätzen mit ausrücken, wenn sie das 18. Lebensjahr vollendet haben und die Truppmannausbildung Teil 1 im Aus- und Fortbildungszentrum erfolgreich absolviert haben. ….“
Das hört sich ja alles interessant an, aber was steckt dahinter? In der Ausbildung geht es darum, dass alle Feuerwehrmänner ein Basiswissen erhalten, um den Anforderungen, die an sie im Aktiven Dienstgestellt werden, zu genügen. Hierzu zählen Dinge wie zu wissen, wie die Bestückung eines Hilfeleistungs- und Löschfahrzeug, kurz HLF, wie es die Freiwilligen Feuerwehren haben, aussieht und wofür was eingesetzt wird. Auch das Stellen der Steck- und Schiebleiter gehört zur Grundausbildung. Ein weiteres Thema sind Knoten und Stiche und die Erste-Hilfe-Ausbildung. Doch auch das Thema „Stressbewältigung und Einsatznachsorge“ ist ein wichtiger Punkt, denn als Feuerwehrmann kann es immer wieder vorkommen, dass man Situation erlebt, die nicht so einfach weggesteckt werden können.
Ein Tag der Grundausbildung ist für die Ausbildung der Technischen Hilfeleistung, wie das Aufschneiden von verunfallten Fahrzeugen in der Feuerwehrsprache heißt, reserviert. Auch hier zeigt sich, dass nur Üben, Üben und nochmals Üben den Erfolg bringt. Am Ende des ersten Teils der Grundausbildung steht eine Abschlussprüfung. Die Prüfung ist in 3 Teile gegliedert: Eine schriftliche Prüfung in Form eines Multiple-Joy-Tests, die Abnahme der Knotenkunde und dann noch praktische Prüfungen, die von einer Prüfungskommission der Berufsfeuerwehr abgenommen werden. Dass die Ausbildung der freiwilligen Helfer von der Berufsfeuerwehr übernommen wird, soll sicherstellen, dass der Standard stimmt.
Diese Prüfung ist kein Selbstläufer denn es kommt auch immer wieder vor, dass Leute durch die Prüfung fallen. Hierzu das Zitat eines Prüfers: „Wir sind kein Schachclub, wo verlieren egal ist.“
Und auch, wer den ersten Testlauf bestanden hat, muss sein Können stets erweitern und auf dem neusten Stand halten. Und dies geschieht nur durch regelmäßiges Üben und auch durch Besuchen von Lehrgängen, denn auch wir Freiwilligen Feuerwehrleute müssen immer auf dem neuesten Stand sein. Denn im Vergleich zu den Hauptberuflichen, die ständig Übungen durchführen, müssen wir unser Können nebenbei aktuell halten.
Ein Manko ist auch, dass viele Menschen noch ein falsches Bild von Freiwilligen Feuerwehren haben. Viele glauben, dass die Freiwillige Feuerwehr nur eine Kameradschaft ist, die sich zum regelmäßigen Trinken und zum Ausrichten von Festlichkeiten trifft. Vielen wird es erst dann klar, wenn sie in einer Notlage sind und die Feuerwehr brauchen. Und da die Freiwillige Feuerwehr viel kleinmaschiger über die Stadt und deren Randbezirke verteilt ist, kann es mitunter passieren, dass sie eher am Einsatzort eintreffen als die städtischen Beamten. Diese wissen die Unterstützung zu schätzen, denn die Ortskenntnis von den Freiwilligen ist sehr oft sehr hilfreich. Und deswegen ist es auch wichtig, dass alle freiwilligen Feuerwehrmänner und –frauen Aufklärungsarbeit leisten und den Leuten klar machen, wozu eine Freiwillige Feuerwehr da ist, was wir leisten und dass wir auf die Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen sind.